Werktage helfen Schülern und Pfadfindern

veröffentlicht am 16. Oktober 2014
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Bei Daniel Schäfer (r.) lernen die jungen Leute, richtig Feuerholz zu machen.

Der Berg mit Holz neben dem Diözesanzentrum ist riesig. Corinna lässt sich jedoch nicht aus der Ruhe bringen. Stück für Stück Holz legt sie auf den Spaltblock und lässt die Axt darauf sausen. Luana feuert sie dabei an. „Yeah, mach weiter so, du schaffst das.“ Den beiden jungen Leuten macht es sichtlich Freude, das Holz in Kamin-gerechte Stücke zu verarbeiten. „Wir schaffen das, die Hälfte vom Anhänger ist schon voll“, freut sich Corinna.

Bei den diesjährigen Werktagen in den Herbstferien auf dem Pfadfinderzeltplatz „Eulenspiegel“ zwischen Rüthen und Warstein gibt es wieder einige Klein- und Großbaustellen. 14 Schülerinnen und Schüler von Förderschulen aus Siegen-Wittgenstein und zehn Ehrenamtliche von den Pfadfinder der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG) sind wieder dabei, den großen Zeltplatz und das Diözesanzentrum winterfest zu machen. Außerdem wird an der neuen Kapelle gebaut. Dafür „opfern“ Schüler und Pfadfinder ihre Ferien oder den Urlaub – freiwillig.

Seit letztem Herbst veranstalten die Pfadfinder zusammen mit dem Katholischen Jugendwerk „Förderband Siegen-Wittgenstein“ die Werktage, bei denen Jugendliche von Förderschulen aus dem Siegerland nach Rüthen kommen, um unter anderem Pflasterarbeiten zu erledigen, Zäune zu ziehen, Spielgeräte zu bauen, Bäume zu fällen oder Lagerfeuerholz zu machen. „Wir machen das, was kurz vorm Winter an Baustellen ansteht: reparieren, pflegen und neu bauen“, erklärt Daniel Schäfer, Mitglied im Leitungsteam der Werktage und selbst Pfadfinder im Stamm St. Laurentius Rudersdorf.

Auch an der Kapelle werden Arbeiten vom Werktage-Team erledigt.

Auch an der Kapelle werden Arbeiten vom Werktage-Team erledigt.

Die Jugendlichen können sich beim Jugendwerk Förderband für die Fahrt bewerben oder werden von Schulsozialarbeiten ausgesucht. „Für sie geht es darum, unabhängig vom Schulalltag in Gemeinschaft mit den Pfadfindern in die Arbeitswelt hinein zu schnuppern“, so Daniel Schäfer. Bei den Werktagen werden aber nicht nur handwerkliche Fähigkeiten im geschützten Rahmen gelernt, die Ehrenamtlichen der Pfadfinder bieten einen strukturierten Tagesablauf mit Arbeits- und Freizeiten, am Ende der Woche bekommen die Jugendlichen einen kleinen Lohn und ein Zeugnis, das für spätere Bewerbung hilfreich sein kann. Außerdem gibt es ein abwechslungsreiches Programm, mit Ausflügen in die Umgebung. „Learning by doing, Lernen durch Handeln ist das Motto, ganz nach dem Grundsatz der Pfadfinderbewegung“, erklärt Daniel Schäfer.

Diözesankurat Simon Schwamborn ist begeistert über das Engagement und das fleißige Treiben auf dem Zeltplatz. „Alle machen engagiert mit, die jungen Leute sind zielorientiert und mit Motivation dabei.“ Er ist sich sicher, dass da schon etwas bei den jungen Leuten gewachsen sei. „Ich merke spürbar, wie die Motivation wächst, zielorientiert die Projekte bis zum Feierabend am jeweiligen Tag zu erledigen“, freut sich Simon Schwamborn, für den besonders wichtig ist, dass die Pfadfinder hier ihrer sozialen Verantwortung für benachteiligte Jugendliche nachkommen.

Stichwort Förderband

Seit über 30 Jahren setzt sich das Katholische Jugendwerk Förderband Siegen-Wittgenstein für benachteiligte Jugendliche im Kreis Siegen-Wittgenstein ein. Ein Schwerpunkt der Arbeit liegt in der Betreuung und Begleitung von schwer vermittelbaren jungen Menschen unter 27 Jahren in den ersten Arbeitsmarkt. Dazu gehören unter anderem Hauptschüler ohne Schulabschluss, Förderschüler, langzeitarbeitslose Frauen sowie Menschen mit Migrationshintergrund. Das Jugendwerk Förderband ist aus dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) entstanden, daher besteht bis heute eine enge Verknüpfung zu den Pfadfindern der DPSG.