„Wann hat man schon mal die Chance, eine Kapelle mitzubauen?“

veröffentlicht am 20. April 2015

2015-04-20-Kapellenbau04Baulärm dröhnt über das Gelände. Eine Kreissäge verrichtet ihr Werk. Dahinter Tobias Krupp und Anna Werner. Die beiden Pfadfinder sind fleißig dabei, Holz zurecht zu sägen und so eine Kapelle mit zu bauen. Genauer: die Kapelle für das Diözesanzentrum „Eulenspiegel“ in Rüthen der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG). Seit letztem Jahr läuft der Kapellenbau und derzeit bestimmen vor allem die Ehrenamtlichen den Arbeitsfortschritt auf der Großbaustelle zwischen Hochseilgarten, Zeltplatz und Jugendhaus.

2015-04-20-Kapellenbau07„Wann hat man schon mal die Chance, eine Kapelle mitzubauen?“, fragt sich Tobias Krupp und erklärt damit gleichzeitig seine Motivation. Der 25-Jährige erzählt: „Ich hab von der Idee gehört und finde das cool, also möchte ich helfen.“ Seitdem ist der Pfadfinder aus Holzminden dabei und trägt zum Fortschritt am Bau des Gotteshauses bei. Das freut besonders Anna Werner als Diözesanvorsitzende der Pfadfinder im Erzbistum Paderborn, denn der Jugendverband ist auf jede Hilfe beim Kapellenbau angewiesen. „Es machen hier unglaublich viele Ehrenamtliche mit, fast jedes Wochenende kommen Pfadfinder aus den unterschiedlichen Orten unseres Diözesanverbandes und helfen“, berichtet Anna Werner.

2015-04-20-Kapellenbau03Am letzten Wochenende ging vor allem der Innenausbau weiter. Ein paar Tage zuvor wurden die bunten Fenster für den Kapellenwürfel – in einer „normalen“ Kirche würde man Altarraum sagen – angeliefert. Jetzt, nach den ersten Schritten aus dem Stadium des Rohbaus hinaus, erkennt man das entstehende Gotteshaus deutlicher. Der Kapellenbau in Rüthen ist anders, auf die Bedürfnisse der Pfadfinder, der Kinder und Jugendlichen, ausgerichtet. Aus drei sich aneinander lehnenden Würfel besteht der Bau: Glaube, Liebe und Hoffnung oder Kapellenwürfel, Eingangswürfel und Gemeinschaftswürfel.

2015-04-20-Kapellenbau02Die ehrenamtliche Bauleitung haben mit Hans-Josef Marx und Georg Werner zwei ehemalige Pfadfinder im Rentneralter übernommen. Die beiden geben ihr Wissen an die jungen Leute weiter und packen kräftig und gerne mit an. Nicht umsonst besagt ja ein Sprichwort: „Einmal Pfadfinder, immer Pfadfinder!“ Mitarbeiten kann jeder Interessierte, besonders gesucht werden derzeit aber Trockenbauer und Maler „ohne Höhenangst“. Das können Jörg Gastel und Kristina Drüke zwar nicht bieten, aber die beiden Pfadfinder sind auch an diesem Wochenende wieder mit Begeisterung dabei und helfen, wo sie nur können. „Das ist schließlich schon etwas ganz besonders“, freut sich Kristina Drüke, die normalerweise als Bürokauffrau arbeitet und für die Pfadfinder zum „Kapellenbauer“ wird.

Mittlerweile nimmt auch Ausgestaltung des Innenraumes Form an. Es wird eine Kletterwand, Hörboxen in Wänden, um beispielsweise Gebet zu hören, sowie Touchpads, an man sich im Eingangsbereich beispielsweise über den Bau informieren kann, geben. Der Holzaltar ist einzugsbereit und wartet auf den Fortschritt auf der Baustelle. 2015-04-20-Kapellenbau06„Wir haben da ganz viel auf unsere jungen Pfadfinder gehört, die in Workshops zur Innenraumgestaltung tolle Ideen aufgeworfen haben“, erklärt Anna Werner. Doch bis es soweit ist, dass die Technik eingebaut wird, ist das alles noch Zukunftsmusik. Ein finales Datum für die Fertigstellung gibt es nicht. „Vielleicht im Sommer 2016, aber stressen lassen wir uns da nicht“, so die Diözesanvorsitzende.