Eine „Abendrunde“ im Hohen Dom zu Libori

veröffentlicht am 1. August 2015

2015-07-31-tag-der-jugend-libori (37)Bei Zeltlagern von Pfadfindern sind „Abendrunden“ eine beliebte Tradition zum Tagesausklang: Man sitzt am Lagerfeuer zusammen, tauscht sich aus, singt oder betet. Am Freitagabend klang auch der „Tag der Jugend“ beim Libori-Fest erstmals mit einer „Abendrunde“ aus. Der Diözesanverband der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG) hatte den Libori-Jugendgottesdienst mit Weihbischof Hubert Berenbrinker am Freitagabend im Geiste dieser Tradition vorbereitet.

„Was wäre unsere Kirche ohne Euch, die Jugend?“, sagte Diözesanjugendpfarrer Stephan Schröder in seiner Begrüßung zu Beginn des Gottesdienstes. „Sie wäre alt, krank und langweilig. Ihr gebt der Kirche ein junges Gesicht, eine Frische und Energie, die junge Menschen anzieht und mitreißt.“ Durch den Gottesdienst führte dann Simon Schwamborn, Diözesankurat der DPSG im Erzbistum Paderborn. Dieser musste sich in einer Spielszene beim Vorbereiten einer Abendrunde mit Vorurteilen gegenüber Pfadfindern auseinander setzen: „Pfadfinder? Das sind doch die, die 20 Kilometer rennen und Bäume umarmen?“

2015-07-31-tag-der-jugend-libori (42)Auch Weihbischof Berenbrinker griff in seiner Ansprache das Thema „Vorurteile“ auf. Es schmerze, wenn sich andere über den eigenen Glauben und die eigenen Überzeugungen lustig machten, sagte er. In noch viel stärkerem Ausmaß hätten derzeit jedoch die zahlreichen Flüchtlinge in Deutschland mit Vorurteilen zu kämpfen. „Menschen, die nicht nur durch ein Kleidungsstück auffallen, sondern die durch ihre Hautfarbe, Sprache und Kultur so gar nicht ins gewohnte Bild passen.“

Im Gegensatz dazu präsentiere die Bibel Gott als einen, „der sich immer als solidarisch mit den Fremden und Ausgestoßenen gezeigt hat“, fuhr Weihbischof Berenbrinker fort. Jesus habe sich sogar so sehr mit den Armen und Notleidenden solidarisiert, „dass er eins mit ihnen wird und einen Dienst an ihnen zum Dienst an sich selbst erklärt“.

In Gemeinden, Kinder- und Jugendverbänden könne derzeit die Erfahrung gemacht werden, dass Fremde zu Freunden würden, sagte Weihbischof Berenbrinker. „Es ist beeindruckend, mit wie viel Engagement sich Menschen für Flüchtlinge einsetzen: Da werden Nachbarschaftsfeste gefeiert, Kinder zu Gruppenstunden eingeladen oder in Ferienfreizeiten mitgenommen. Da werden Sprachkurse abgehalten und wird materielle Unterstützung geleistet. Und es wird auch miteinander gebetet.“ Die Jahresaktion der DPSG sei eine dieser beeindruckenden Initiativen.

2015-07-31-tag-der-jugend-libori (43)Die vier Altersstufen der Pfadfinder gestalteten den Gottesdienst ebenfalls mit: Wölflinge erzählten den Inhalt der Lesung nach, Jungpfadfinder erläuterten das Pfadfindergebet, das im Anschluss gesprochen wurde, die Pfadfinderstufe erklärte das Pfadfindermotto „Wagt es“, und die Rover leiteten eine Fürbittaktion ein, bei der alle Gottesdienstbesucher eingeladen waren, ihre Bitten auf eine Klammer zu schreiben und diese an einem Seil zu befestigen.

Musikalisch wurde der Gottesdienst von einer Band unter der Leitung von Niklas Krieg gestaltet.