Pfadfinder und Förderband vermitteln wichtige Soft Skills

veröffentlicht am 17. April 2009

baucampwebRÜTHEN So langsam startet für uns Pfadfinder im Erzbistum Paderborn wieder die Zeltlagersaison. Sonniges und warmes Wetter locken zu den ersten Zeltlagern im Grünen. Und auf dem Zeltplatz „Eulenspiegel“ zwischen Rüthen und Kallenhardt machen sich zwölf Jugendliche und sieben Betreuer an die Arbeit, um den Zeltplatz nach dem Winter wieder auf Vordermann zu bringen. Das alljährliche Baucamp ist mit dem Beginn der zweiten Osterferienwoche gestartet.
Zäune werden gezogen, der Putz am Waschhaus erneuert, Spielgeräte bekommen einen neuen Anstrich, Pflaster wird verlegt und der Spielplatz erhält noch frischen Sand.

Doch das Baucamp ist nicht einfach nur irgendeine Aktion, um den Platz zu verschönern. Hier kooperieren der Paderborner Diözesanverband der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG) und das Katholische Jugendwerk Förderband Siegen-Wittgenstein, um benachteiligten Jugendlichen von Sonderschulen eine berufsvorbereitende Maßnahme zu bieten. Für die Pfadfinderschaft und die Jugendlichen in das Baucamp gleichermaßen ein Gewinn, findet DPSG-Geschäftsführer Ulrich Weber. Zusammen mit Dietmar Vitt, Leiter des Arbeitsbereiches „Schulbezogene Jugendsozialarbeit“ bei Förderband, leitet Weber die Aktion. Während die Pfadfinder einen Teil der Kosten für die Arbeiten sparen, gibt es für die Jugendlichen dabei auch etwas zu gewinnen: Denn neben den 50 Euro „Lohn“, Kinobesuch oder Ausflug nach Paderborn, werden wichtige „Soft Skills“, also soziale Kompetenzen, wie Durchhaltevermögen, Pünktlichkeit oder Ordentlichkeit trainiert.Die zwölf Jugendlichen kommen von drei Förderschulen aus dem Bereich Siegen-Wittgenstein, sind 14 bis 18 Jahre alt und haben noch keinen Ausbildungsplatz. Auf dem „Eulenspiegel“ lernen sie eine Woche den Arbeitsalltag kennen. Los geht es trotz Ferien morgens um 8 Uhr. In Kleingruppen werden verschiedene Projekte bearbeitet. Nach der Mittagspause wird bis zum Abend weiter gearbeitet. „Manch einer entdeckt seine handwerklichen Fähigkeiten“, erzählt Geschäftsführer Weber, dann kann es auch mal passieren, dass sich Jugendliche später als Handwerker, Landschaftsgärtner oder Maler bewerben.
baucamp1Dietmar Vitt, der die Jugendlichen teilweise auch weiterhin begleitet, zeigt aber noch weitere Aspekte auf. Viele Jugendliche seien noch nie aus dem Siegerland heraus gekommen, waren noch nie im Kino oder haben bisher keine gemeinsame Freizeit erlebt. Aber auch der kleine Lohn von 50 Euro am Ende der Woche beschert den Jugendlichen das Gefühl, viel geleistet zu haben. Das Interesse bei den Schülern ist groß, jedes Jahr gibt es eine kleine Flut an Bewerbungen. Schulsozialarbeiter und Förderband wählen gemeinsam die Teilnehmer aus.Für die Unterbringung im Diözesanzentrum, die Anreise und die Verpflegung kommen Pfadfinder und Förderband auf. Doch bezahlen können die beiden katholischen Einrichtungen die Aktion nicht alleine, selbst wenn sogar die Betreuer – alle sind Pfadfinder – ehrenamtlich mitarbeiten und ihren Urlaub für die Aktion „opfern“. Für die Finanzierung sind in diesem Jahr die IKEA-Stiftung und das Land NRW eingesprungen. Jedes Jahr aufs Neue suchen die Verantwortlichen Sponsoren.

Stichwort Förderband:
Seit über 25 Jahren setzt sich das Katholische Jugendwerk Förderband Siegen-Wittgenstein für benachteiligte Jugendliche im Kreis Siegen-Wittgenstein ein. Ein Schwerpunkt der Arbeit liegt in der Betreuung und Begleitung von schwer vermittelbaren jungen Menschen unter 27 Jahren in den ersten Arbeitsmarkt. Dazu gehören unter anderem Hauptschüler ohne Schulabschluss, Förderschüler, langzeitarbeitslose Frauen sowie Menschen mit Migrationshintergrund.Das Jugendwerk Förderband ist aus dem BDKJ entstanden, daher besteht bis heute eine enge Verknüpfung zur DPSG.


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