Diözesanverband trauert um Landesfeldmeister Karl Seehause

veröffentlicht am 18. März 2010

PADERBORN Der frühere Landesfeldmeister der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg im Erzbistum Paderborn, Karl Seehause, ist tot. Er starb im Alter von 95 Jahren. Der DPSG-Diözesanvorstand nimmt in Dankbarkeit und Trauer Abschied von seinem ehemaligen Diözesanvorsitzenden (Landesfeldmeister). „Wir verlieren ein treues Mitglied, das zugleich auch Widerstandskämpfer in der Zeit des Nationalsozialismus war“, so der Diözesanvorstand mit Annemarie Schulte und Tobias Babusch. „Als zweiter Landesfeldmeister hat Karl Seehause die Geschicke unseres Jugendverbandes in schwierigen Zeiten maßgeblich gelenkt und versucht, sich gegen die Einflüsse des Nationalsozialismus zu wehren“, so Schulte und Babusch. Karl Seehause war von 1934 bis 1937 Diözesanvorsitzender. Seehause erduldet in dieser Zeit Hausdurchsuchungen durch die Nazis und erlebt das Verbot zum Tragen der Pfadfinderkluft. Die Arbeit des gebürtigen Mindeners ist durch das Erstarken der Hitlerjugend und den zunehmenden staatlichen Verboten geprägt. 1936 lässt Karl Seehause ein Zeltlager in der Nähe von Magdeburg kurzfristig abbrechen, da die Gruppe vor einem Überfall der Hitlerjugend gewarnt wird. 1937 gibt Karl Seehause das Amt des Landesfeldmeisters auf, um nach England zu gehen und der Naziherrschaft zu entfliehen. Dort bleibt er der Pfadfinderidee treu. Nach dem Krieg kehrt Karl Seehause nach Hannover zurück und engagiert sich bei der DPSG im Bistum Hildesheim.
Im Jahr 2006 wird ihm durch den Diözesanverband Paderborn eine besondere Ehrung zuteil. Das Pfadfinderhaus in Stockum am Möhnesee wird nach umfangreichen Renovierungsmaßnahmen auf den Namen „Seehause“ getauft. Bei der Einweihung ist der Geehrte anwesend und bestärkt mit seinen Worten das Engagement der Pfadfinder.
Der DPSG Diözesanverband und die in ihm angeschlossenen Pfadfinderstämme im Erzbistum nehmen in Dankbarkeit für Karl Seehause und in Anerkennung seines Lebenswerks Abschied von ihm. „Wir wissen uns verbunden im gemeinsamen Glauben an Gott und in der Idee der Pfadfinderbewegung“, so der Diözesanvorstand.

Dirk Lankowski, Pressereferent des DPSG-Diözesanverbandes Paderborn

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