BDKJ rückt ökofaire Bewirtschaftung von Jugendbildungsstätten in den Mittelpunkt

veröffentlicht am 27. Mai 2010

PADERBORN Analog-Käse und Klebefleisch sollen für Katholische Jugendbildungshäuser Fremdwörter sein. Das bekundeten jetzt die Katholischen Jugendverbände bei der Veranstaltung „Von Haus aus ökofair“ im „Kolping Forum“ in Paderborn. Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) in der Erzdiözese Paderborn stellte einen Tag lang die ökologische, faire und nachhaltige Bewirtschaftung von Jugendbildungsstätten in den Mittelpunkt der Arbeit der Verbände.

Über 40 Trägervertreter, Haus-, Küchen- und Verwaltungsleiterinnen sowie pädagogische Mitarbeiter von verschiedenen konfessionellen Einrichtungen aus den Bistümern Paderborn, Münster und Aachen sowie der Evangelischen Kirche von Westfalen folgten der Einladung des BDKJ, den kritischen Konsum ihrer Verbände und Häuser zu thematisieren. BDKJ-Diözesanvorsitzender Matthias Schmidt erinnerte daran, dass die kirchlichen Jugendverbände vor genau 40 Jahren den Fairen Handel angeschoben hätten.

„Zuletzt haben wir mit dem Boykott einer koffeinhaltigen Brause die Macht der Konsumenten demonstriert“, berichtete Schmidt. Ungerechte Arbeitsbedingungen sowie umweltschädigendes Verhalten wollen die Jugendverbände nicht fördern, dafür aber die „kritische Bewirtschaftung“ ihrer Häuser.  „Wir schauen auf ein gutes Zwischenergebnis, aber es könnte besser sein“, so Schmidt, der zur Weiterentwicklung der Konzepte aufrief.  Die Tagung in Paderborn sollte so der Anregung dienen und gab den Verantwortlichen die Möglichkeit, sich auszutauschen.

Als Jugendbildungsstätte aus dem Erzbistum Paderborn stellte die Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG) die Bio-Zertifizierung des Diözesanzentrums „Eulenspiegel“ in Rüthen vor. „Wir haben viele positive Rückmeldungen bekommen“, so Geschäftsführer Ulrich Weber. Dieser bezeichnete das europaweit gültige Biosiegel als „Aushängeschild“ für die DPSG, da mit dem Erwerb des Siegels das Diözesanzentrum in der Region Vorreiter sei. Ähnliche Erfahrungen hat auch die Jugendbildungsstätte Rolleferberg des BDKJ Diözesanverbandes Aachen gemacht. Diese ist eine „Nachhaltige Jugendbildungssstätte“, das Konzept habe laut Geschäftsführerin Steffi Dittrich für „Lust an der Arbeit bei Mitarbeiterinnen und für Freude bei Gästen“ gesorgt.

Thomas Kamp-Deister, Vorstand der Umweltbeauftragten der Deutschen Diözesen, warb für das Projekt „Zukunft einkaufen – glaubwürdig wirtschaften in Kirchen“. Frauengemeinschaft, Jugendgruppe, Pfarrgemeinde oder Seniorenheim – alle würden mit ihrem Einkauf entscheiden, welche Dinge wie hergestellt werden – ob schadstoffbelastete Textilien oder umweltschonendes Recyclingpapier, ob Grabsteine von Kinderhand oder Kaffee und Tee zu existenzsichernden Preisen. „Zukunft einkaufen“ solle ein Zeichen für den ökofairen Konsum und die Bewahrung der Schöpfung durch die Kirchen setzen.

„Wir sind keine Hotels“, gab BDKJ-Diözesanvorsitzender Schmidt den Ausführungen von Kamp-Deister Recht. Die Jugendverbände wollen mit der ökofairen Bewirtschaftung ihrer Häuser eine Botschaft vermitteln.

Mehr zum kritischen Konsum im Internet: www.bdkj-paderborn.de


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