Ökumene hat ein junges Gesicht

veröffentlicht am 17. Mai 2010

MÜNCHEN „Junge Menschen haben das Bild des Kirchentages entscheidend mit bestimmt.“ Diese Bilanz zieht der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) vom 2. Ökumenischen Kirchentag (ÖKT) in München. „Dass mehr als 47.000 Teilnehmende unter 30 Jahre waren, zeigt, dass Ökumene in Deutschland ein junges Gesicht hat“, so BDKJ-Bundesvorsitzender Dirk Tänzler in München. Die Zukunft der Ökumene heiße Jugend. „Junge Menschen wachsen nicht mehr in einem trennenden Bewusstsein auf. Für sie ist und bleibt Ökumene selbstverständlich. Jugendliche orientieren sich eher an überzeugenden Menschen, als an Konfessionen. Der Dachverband der katholischen Jugendverbände zieht ein positives Fazit des ÖKT.

Eine sehr wichtige Tankstelle
Für junge Menschen sei der ÖKT eine sehr wichtige Tankstelle. „Gerade junge Katholikinnen und Katholiken haben hier wichtige Stärkung bekommen, weil sie gemerkt haben, dass sie mit vielen anderen Christinnen und Christen gemeinsam unterwegs sind“, sagt Tänzler vor dem Hintergrund, dass immer mehr junge Menschen kritisch auf ihr Engagement in Kirche angefragt werden. Generell sei das Erlebnis des gemeinsamen Feierns, Betens und Redens in einem attraktiven Umfeld entscheidend für den Erfolg gewesen.
Das Programm sei ein stimmiger Mix aus Party, Gebet und wichtigen Themen gewesen. Sexueller Missbrauch und Prävention in der Jugendarbeit, Zukunftsperspektiven junger Menschen, weltweite Gerechtigkeit, Klimaschutz und kritischer Konsum: Podien, Konzerte und andere Veranstaltungen haben aktuelle Fragen aufgegriffen. „Uns ist wichtig, dass uns unser gemeinsamer Glaube gerade in Krisenzeiten Kraft und Orientierung gibt und dass wir Christinnen und Christen uns gemeinsam in wichtigen Fragen der Gesellschaft engagieren.“

„Wir warten nicht aufs Abendmahl“
Beim Thema Ökumene sei die Frage nach einem gemeinsamen Mahl für junge Menschen nicht entscheidend. „Mit dem Vorantreiben der Ökumene warten wir nicht auf das gemeinsame Abendmahl“, stellt Tänzler fest. „Das ist zwar ein wichtiges Ziel und wir wünschen uns, dass es da bald vorangeht. Viel wichtiger ist es, auf dem Weg dahin, Themen wie Jugendarmut, Zukunft der Kirche und damit die Gegenwart Gottes in der Gesellschaft gemeinsam anzugehen.“
Der BDKJ wünscht sich, dass der zum Teil offene Dialog des Kirchentages fortgesetzt wird. „Der ÖKT zeigt, dass ein gemeinsames Engagement von Bischöfen und Laien nicht nur möglich, sondern auch dringend erforderlich ist. Nur gemeinsam können wir die großen Herausforderungen meistern“ Vor allem in der katholischen Kirche brauche es einen offenen, gemeinsam strukturierten Dialog zu überfälligen Fragen.

3. ÖKT nicht erst 2017
Neben den gemeinsamen ökumenischen Akzenten brauche es weiterhin die Vergewisserung in der je eigenen Kultur. Dabei seien der Katholiken- und der Deutsche Evangelische Kirchentag zwar von der Trägerschaft her konfessionell, aber tatsächlich sehr ökumenisch. Tänzler: „Die Kirche der Zukunft ist eine Kirche der Vielfalt. Da führt kein Weg an Ökumene vorbei.“ Deswegen wird sich der BDKJ für einen dritten Ökumenischen Kirchentag einsetzen, der nicht erst 2017 stattfinden soll.

www.bdkj.de

Fotos: Dirk Lankowski

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