In der Zeitung stand’s: „Damit Rollis klettern können“

veröffentlicht am 10. November 2011

RÜTHEN „Das wird ein Projekt, das über Rüthen hinaus Anziehungskraft hat“, meinte Stadtplaner Joachim Heidrich und die Mitglieder des Bauausschusses stimmten ihm da in großer Mehrheit zu. Mit einer Enthaltung gaben sie das gemeindliche Einvernehmen für den Bau eines behindertengerechten Hochseilgartens am Diözesanzentrum Eulenspiegel.

„Ich finde es phänomenal, das sowas in Rüthen gebaut werden soll“, schwärmte Johannes Erling, Fraktionsvorsitzender der SPD. Und Annette Herbst-Köller (BG) sagte: „Ich finde das super. Hochseilgärten werden gut angenommen.“ Dass die Deutsche Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG) einen Hochseilgarten plant, in dem sich auch Rollstuhlfahrer bewegen können, berichteten wir bereits. Die Pfadfinder haben sich mit ihrem Projekt bei der Regionale 2013 beworben und dafür sogar einen Stern erhalten.

„Wir sind gespannt, ob das Land NRW und der LWL uns unterstützen werden“, sagte gestern Dirk Lankowski, Pressesprecher der DPSG. Die Pfadfinder warten auf eine Förderzusage aus Düsseldorf. Lob für das Projekt gab es schon von allen Seiten. „Sobald Geld da ist, fangen wir kurzfristig mit dem Bau an.“ Die Pläne für den Hochseilgarten sind bereits ausgearbeitet.

14 Stationen sollen auf dem Gelände gegenüber der geplanten Kapelle entstehen. Dazu gehört zum Beispiel „Fahrt ins Nichts“ – eine Rampe, die einen gesicherten Sprung mit dem Rollstuhl ermöglicht. Eine Kletterwand können Rollstuhlfahrer durch auf der Rückseite angebrachte Gegengewichte erklimmen. Auch im Kletternetz oder an der Teamwand können sie sich auf diese Weise bewegen.

„In Deutschland gibt es nur wenige Hochseilgärten dieser Art“, weiß Lankowski. Einer steht in Much und gehört zum Hotel FIT, einem Integrationsbetrieb der Lebenshilfe in der Nähe von Bergisch Gladbach. „Erlebnis und Herausforderung für behinderte und nicht behinderte Menschen aller Altersklassen“ verspricht der Betrieb auf seiner Homepage.

Um Integration geht es auch der DPSG. „Der Hochseilgarten ist Teil unserer langfristigen Strategie, um das Diözesanzentrum weiter zu entwickeln“, erklärt Lankowski. Dazu gehören auch die Kapelle, die kurz vor der Grundsteinlegung steht, sowie die Verwendung von Bio-Produkten in der Küche. Der Eulenspiegel versteht sich als „ein Ort von Naturerlebnis und Erlebnispädagogik – auch für Menschen mit Behinderung“. Sobald der Startschuss für den Hochseilgarten fällt, sollen auch mehr Zimmer behindertengerecht umgebaut werden. Lankowski: „Das Haus soll so erweitert werden, dass dort zwei Klassen Unterschlupf finden, auch wenn mehrere Schüler im Rollstuhl sitzen.“

Auch jetzt schon gibt es einen kleinen Kletterpark auf dem Gelände des Diözesanzentrums. Wie dort bereits üblich soll auch der neue Hochseilgarten von der Seilschaft Arnsberg betreut werden. Darüberhinaus planen die Pfadfinder aber auch eigene Leute fortzubilden, um Pfadfinder und andere Gruppen, die das Diözesanzentrum besuchen optimal betreuen zu können.

Und weil „alles, was die da oben treiben, bisher für Rüthen ein Gewinn gewesen ist“ (Heidrich), gab der Bauausschuss am Dienstagabend auch gern grünes Licht. – krt

Mit freundlicher Genehmigung:
Zeitungsverlag Der Patriot
Redaktion Rüthen


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