Rund 1.500 blaue Kluften in Immenhausen

veröffentlicht am 7. Juni 2019
Das deutsche Kontingent für das World Scout Jamboree – mit Französischen Gästen

Über 45.000 Pfadfinderinnen und Pfadfinder aus aller Welt werden zum 24. World Scout Jamboree in Nordamerika erwartet. 1.300 Teilnehmer davon bilden dabei das deutsche Kontingent, die sich am letzten Wochenende auf dem Bundeszeltplatz der BdP in Immenhausen zur Vorbereitung traf. Das Kontingent besteht dabei aus einer Mischung aller vier großen Pfadfinderverbände des RdP.

  • Ich bin der Björn und darf in diesem Jahr als IST dabei sein, als Mitglied des „International Sevice Team“. Die ISTs kümmern sich auf WOSM-Veranstaltungen als „Campstaff“ um alles, also den Aufbau, Abbau, Anmeldungen, Essen, Organisation, das Programm, Sicherheit und so weiter. Wie die Teilnehmer auch, werden dazu IST der ganzen Welt in Teams miteinander gemischt. So entstehen neue Freundschafen, Vorurteile werden beseitigt (oder vollumfänglich bestätigt) und entlang von interessanten Kommunikationsherausforderungen das Chaos im Zaum gehalten.
  • Es gibt auch noch andere Mitfahrer aus dieser Dözese, vielleicht schaffe ich es ja noch diese auch zu einem eigenen Beitrag zu bewegen.

Gemischt werden wir auch in Deutschland schon: Als erstes erhalten alle Teilnehmer, CMT („Contigent Managemrnt Team“) und IST („International Service Team“) die einheitliche petrolfarbene Kluft des deutschen RdP-Kontingents. Die Kluft, genauer gesagt zwei Exemplare davon, sind im Preis bereits enthalten.

Blaue Kluften, schwarze Zelte: Die deutschen sind überall zu erkennen

Vorlager Immenhausen, Deutsches Kontingent, Worldscoutjamboree

Das ist auch gut so, denn der Preis ist happig. Als „Erstweltland“ zahlen wir deutschen fast den höchsten Beitragssatz, den höchsten Satz zahlen die Gastgeber selber.

  • Die Teilnahme am Weltpfadfindertreffen ist für Pfadis und einige Rover möglich; das Teilnehmeralter ist festgelegt von 14 bis 17 Jahren.

In Immenhausen bereiteten wir uns auf internationale Begegnungen vor, um Kulturen jenseits von Vorurteilen und Stereotypen kennenzulernen und Gemeinsamkeiten über Grenzen hinweg zu entdecken. Pfadfindertypissche Offenheit gibt es zwar eigentlich überall, ist aber nicht immer offensichtlich – beispielweise bedeutet ein Kopfschütteln nicht in allen Ländern „nein“. Sowas ist gut zu wissen, wenn dann in West Virginia das größte Zeltlager der Welt errichtet wird.

  • Wir als IST sehen das sehr gelassen, denn als „Mainzelmännchen“ (so unser selbstgewählte Teamname) werden wir, wie immer, hervorragende Arbeit abliefern. Die IST aller Länder gehören in der Regel auch eher zu lockeren Sorte Arbeiter, die ihre internationalen Vorurteile mit einem lauten Lachen feiern und gerne auch mal ausnutzen.

Das 24. Weltpfadfindertreffen steht unter dem Motto „Unlock a new world“. Das Motto verdeutlicht die Kernziele der 1920 ins Leben gerufenen World Scout Jamborees: Neue Abenteuer zu erleben, neue Kulturen kennenzulernen und neue Freundschaften zu schließen. Die „Neue Welt“ ist zudem auch eine Anspielung auf die Bezeichnung der alten Spanier für Amerika, nachdem Christopher Columbus den Kontinent 1492 neu „entdeckt“ hatte.

Wir sind alle sehr gespannt, hochmotiviert und freuen uns riesig auf die große Fahrt. Genauer betrachtet gibt es eigentlich auch keine größere, denn das Weltpfadfindertreffen ist solange die Kolonisierung von anderen Planeten noch aussteht auch weiterhin das größte Zeltlager der Welt.

 

Typisch: deutsche IST beim Gruppenfoto in Reih und Glied.