Aufarbeitungsprozess des DPSG Bundesverbandes
Seit Ende 2023 hat ein unabhängiges Forschungsteam der Universitäten Gießen und Marburg das Vorkommen, die Hintergründe sexualisierter und spiritueller Gewalt sowie den strukturellen Umgang damit in der DPSG seit 1929 untersucht. Die wissenschaftliche Studie basiert auf einer Vielzahl an Interviews mit Betroffenen und Expert*innen aus dem Verband, standardisierten Befragungen sowie Analysen von Ausschlussverfahren und anderen Dokumenten.
Pressekonferenz und Studienergebnisse
Am Morgen des 05.02.2026 hat eine Pressekonferenz zur Bekanntmachung der Ergebnisse des Forschungsprojektes zur Aufarbeitung sexualisierter und spiritueller Gewalt in der DPSG stattgefunden. Wichtigste Ergebnisse zu den zentralen Befunden und den strukturellen Risikofaktoren fassen wir hier für euch zusammen.
Die komplette Pressemeldung könnt ihr hier lesen. Den gesamten Forschungsbericht und die Aufzeichnung der Pressekonferenz findet ihr hier: https://dpsg.de/de/die-ergebnisse-der-aufarbeitungsstudie
Die Ergebnisse machen klar: Sexualisierte Gewalt ist in der DPSG ein weit verbreitetes strukturelles Problem. Besonders gefährdet sind Kinder und Jugendliche in Gemeinschaftssituationen wie z. B. Lagern und Fahrten. Täter sind überwiegend männliche Leitende, die ihre Vertrauens- und Machtposition ausnutzen. Viele der Taten finden in ‚Beziehungen‘ statt, die geprägt sind von Machtunterschieden zwischen oft erwachsenen Leitern und weiblichen Minderjährigen. Auch sexualisierte Gewalt, die von gleichaltrigen Jugendlichen ausgeht, ist in der Studie dokumentiert. Institutionelles Wegsehen und Bagatellisieren begünstigen all diese Taten.
Verbandstypische Gemeinschaftssituationen wie Fahrten, Zeltlager und Alkoholkonsum begünstigen in vielen Fällen sexualisierte und spirituelle Gewalt in der DPSG. Das Forschungsteam betont, dass Rituale, Traditionen sowie Macht- und Nähe-Distanz-Verhältnisse intensiver hinterfragt werden müssen.
Die DPSG ist sich ihres institutionellen Versagens bewusst und übernimmt Verantwortung für das Leid, das Betroffene innerhalb des Verbandes erfahren mussten und müssen.
Der Verband darf laut Bundesvorstand nicht länger ein Ort des Schweigens sein. Ziel ist es, bestehende Strukturen grundlegend zu überdenken und zukünftig einen sichereren Ort für ihre Mitglieder zu schaffen.
Unterstützung und Ansprechpersonen
Der Bundesverband hat Handlungsleitfäden veröffentlicht, der euch Orientierung geben soll, wenn ihr Gespräche zu den Ergebnissen führt. Dort findet ihr Tipps zum Umgang mit Anfragen von Eltern, Betroffenen und Presse:
- Handlungsleitfaden für den Umgang allgemein
- Handlungsleitfaden für den Umgang mit Betroffenen
- Handlungsleitfaden für den Umgang mit Eltern
- Handlungsleitfaden für den Umgang mit Presse
Solltet ihr selbst Gesprächsbedarf haben, so seid ihr herzlich zu den digitalen Austauschformaten eingeladen. Diese finden am 11.02. / 24.02. / 12.03.2026 jeweils um 19:30 Uhr statt. Die Teilnahmelinks findet ihr hier.
Ansprechpersonen für euch sind Linda Zurwonne und Lisa Dzialdowski im Diözesanbüro sowie Miriam Noske und Sebastian Becker auf Bundesebene: aufarbeitung@dpsg.de.
Eine Übersicht über externe Beratungsstellen und Ansprechpersonen findet ihr hier: Notfallnummern und Fachberatungsstellen
Anfragen der Presse könnt ihr höflich an folgende Stellen weiterleiten:
Isabella Braun | Bundesleitung, Referentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit | Mail: isabella.braun@dpsg.de | Mobil: +49 176 146 999 61
Miriam Noske | Bundesleitung, Referentin Kinder- und Jugendschutz | Mail: miriam.noske@dpsg.de | Tel: +49 2161 918238 57 | Mobil: +49 176 146 999 84
Sebastian Becker | Bundesvorsitzender | Mail: sebastian.becker@dpsg.de | Tel: +49 2161 918 238 11 | Mobil: +49 176 146 999 82
Alle Informationen zum Aufarbeitungsprozess findet ihr auf folgender Seite: https://dpsg.de/de/verbandsleben/themen/kinder-und-jugendschutz/aufarbeitung
Möglichkeiten für Betroffene
Du bist betroffen und weißt nicht damit umzugehen oder möchtest gerne darüber reden?
Dann wende dich gerne vertrauensvoll an eine Fachberatungsstelle. Hier kannst du dich persönlich, telefonisch oder auch Online beraten lassen – natürlich auch immer anonym. Schau am besten auf https://www.hilfe-portal-missbrauch.de/startseite nach, denn dort kannst du per Postleitzahlsuche eine Unterstützungsmöglichkeit bei dir in der Nähe finden. Auch wir im Diözesanbüro sind gerne für dich da.
Betroffenenbeirat und Erfahrenen-Forum
Nach ersten Treffen einiger Betroffenen von (Macht-) Missbrauch in der DPSG in den vergangenen Jahren, wurde das Erfahrenen-Forum gegründet. Dort haben alle Menschen, die mittelbar oder unmittelbar Erfahrungen mit (Macht-) Missbrauch in der DPSG gemacht haben, die Möglichkeit sich zu begegnen, sich auszutauschen und sich in den Aufarbeitungsprozess der DPSG einbringen zu können.
Du möchtest selbst im Betroffenenbeirat mitarbeiten oder dich mit anderen Erfahrenen austauschen?
Dann komm gerne zum Forum und / oder werde Teil des Beirates.
Die nächsten DPSG Foren für Betroffene von sexualisierter und spiritualisierter Gewalt finden statt:
08.02.2026 10-14 Uhr, digital, Austausch zu den Ergebnissen der Aufarbeitungsstudie
https://dpsg-de.zoom.us/j/68394559161?pwd=qNoKz0ttQpI8ttQbYY5CQubJsMLJSL.1
20.02.2026, Frankfurt a.M., Austausch zu den Ergebnissen der Aufarbeitungsstudie, Anmeldung hier
21.02.2026, Frankfurt a.M., Treffen mit Betroffenen vom VCP und BdP
30.05.2026 digital
12.09.2026 digital
05.12.2026 digital
Ihr habt weitere Fragen oder benötigt mehr Infos?
Alle Infos findet ihr auch auf der offiziellen „Aufarbeitungs“-Webseite unseres Bundesverbandes.