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Deutsche Pfadfinder*innenschaft St. Georg Diözesanverband Paderborn

Sternenstaub bleibt – eine Pfadfinderreise auf magische Weise

19. September 2025 (von: tanja)

Der Platz vor der Hauptbühne ist voll. Über 1000 Menschen von vier bis weit über vierzig Jahren sitzen auf der großen Wiese. Aufgeregt, gespannt, einige vielleicht auch ein bisschen erschöpft nach Anreise, Aufbau und beinahe zwei Jahren Planungszeit zum Diözesanlager Stardust. Zum ersten Mal klingt der Lagersong „Sternzeit“ über den Platz. Die ersten Kinder singen vorsichtig mit, als Solvar und Ventrin, die beiden Sternenwandernden, die uns durch die zehn Tage begleiten werden, auftauchen. Sie tragen ihre weiten Umhänge, ihre Farben gelb und lila, auf Solvars Kopf leuchtet die Sonnenkrone, Ventrin glitzert voller silberner Sterne.

„Sternzeit, wir sind bereit“ 

Solvar und Ventrin sind auf der Suche nach den Eldras. Sie sind die letzten von ursprünglich sieben Sternenwandernden, die mit Hilfe dieser magischen Steine Eldra die mächtige Eldra Lilja wieder zusammen setzen und damit die dunkle Bedrohung von der Galaxie „Stardust“ abwenden wollen. Ein bisschen Fantasy, ein bisschen Gut gegen Böse und ganz viel Gemeinschaft – das sind die Zutaten zur Geschichte des Lagers, um die sich das gesamte Programm der zehn Tage drehen wird. 

Solvar und Ventrin führen gemeinsam mit JP und Lena in die Geschichte ein. Wir erfahren, was uns in den kommenden zehn Tagen erwartet und schauen uns auf der Leinwand noch einmal die dramatische Zerstörung der Eldra Lilja an. Es wird aufregend, soviel ist klar. Der Eröffnungsabend endet mit einem tollen Sonnenuntergang und einem schon deutlich lauter mitgesungenen Lagersong – Sternenstaub liegt in der Luft. Endlich ist der Tag da, auf den wir solange gewartet haben – Stardust beginnt!

„Wie sieht unsere neue Welt jetzt aus?“

Am nächsten Morgen wachen wir auf unserem Planeten auf. Wir sind nicht mehr in Immenhausen, im Zentrum Pfadfinden, wir sind auf Akela, Grünaxia-5 oder Ahmar. Jede Stufe bewohnt in der Galaxie Stardust ihren eigenen Planeten. Die Biberlaxie liegt direkt neben dem orangenen Planeten Akela. Grünaxia-5 kann nur durch ein grün-nebliges Portal betreten werden. Der blaue Juffi-Planet zeigt eine enorme Dichte an Jurten und der rote Planet Ahmar wird im Laufe des Lagers eine Namensänderung erleben… überall ist es bunt, voller Sterne, Glitzer und liebevoller Details, überall rufen Stufen-Jingles zum Frühstück. Die Wölflinge starten die Rakete, immer und immer wieder, Major Tom fliegt völlig losgelöst durchs Weltall und der Sandstorm von Grünaxia-5 weht durch die ganze Galaxie.

Insgesamt vier Stufentage, ein Bezirks- und ein Stammestag sowie zwei Diözesantage, an denen alle Teilnehmenden gemeinsam riesige Spiele spielten, lagen an diesem ersten Morgen vor uns. Workshops in den Stufendörfern, Ausflüge, Wanderungen, der Starscout, das Kosmos-Kuddelmuddel und immer wieder unsere Sternenwandernden. 

Solvar und Ventrin sind überall. Sie weisen uns den Weg zu Duschen und Toiletten, sie zeigen den Weg zur Sanitätsstation und zur Raucherecke. Sie ermahnen auf der improvisierten Palettenbrücke zwischen Wö- und Pfadidorf, nicht zu rennen und lachen von unzähligen Türschildern, Spielanleitungen und Geburtstagskarten. Und natürlich treten sie immer wieder „in echt“ auf. Regelmäßig werden sie von JP und Lena auf die große Bühne geholt, wo sie den Fortschritt der Teilnehmenden, die Eldras zu finden, bestaunen. Ab und zu sind auch Wölfi, der Kobold und der Space-Biber dabei. Die Begleiter durch die Stardust-Tage sind vor allem bei den Jüngsten beliebt und bewundert. Es werden Fotos gemacht und mehrere Wölflinge sind am letzten Abend ganz glücklich, als sie Solvar umarmen und dabei ein tief empfundenes „Danke“ los werden.  

„Gemeinsam Hand in Hand wird das Dunkle gebannt“

Der Platz mit der Bühne ist ein zentraler Ort der Galaxie. Zu Beginn des Lagers sieht man auf der Bühne ein sternähnliches Fragment. Im Laufe der Tage wird es gefüllt, bis die magische Eldra Lilja wieder zusammen gesetzt ist. Noch aber fehlen die magischen Steine. Hier hören wir die Geschichte der sieben Sternwandernden, die sich der Bedrohung der Dunkelheit entgegen stellten. Hier beginnen die Tage mit WUPs und Musik, hier treffen wir uns zu Kinoabenden und Konzerten. An manchen Abenden ist die Bühne von dunklem Nebel eingehüllt, manchmal strahlt sie, wenn wieder ein Teil der Eldra Lilja gefunden wird. Es wird gesungen, getanzt, Gottesdienst gefeiert. Am letzten Abend dann der große Moment – der letzte Eldra, der Indigo, ist gefunden worden. Das Dunkel ist besiegt, die Galaxie ist gerettet. Jede und jeder nimmt einen eigenen magischen Stein, wie einen Splitter der Eldras, mit nach Hause. Aber vorher feiern wir gemeinsam bei einem Abendessen unter freiem Himmel. Über tausend Pfadfinder*innen an einem (metaphorischen) Tisch – das geht nur in Stardust!

„Wir wollen, dass Gemeinschaft funktioniert“ 

An diesem letzten Abend rücken auch die Herausforderungen, die ein Lager dieser Größenordnung bietet, in den Hintergrund. Die Verletzungen und Krankheitsfälle, die dem Team der Malteser (und leider auch dem örtlichen Krankenhaus) gut zu tun gaben. Die Frage, wohin das Leergut aus dem Brauseufo verschwindet. Das eigentlich immer zu kleine Team der Helfenden, die oft über sich hinaus gewachsen sind. Das ständige Abwägen zwischen Waldbrandwarnstufe und dem Wunsch nach Lagerfeuer. Die Warnungen vor Wildschweinen und der leichte Grusel, wenn es nachts vorm Zelt grunzte. Das Geländespiel, das am heißesten Tag des Lagers viele Kinder und Jugendliche an ihre körperlichen Grenzen brachte (Danke an alle Helfenden, die hier mit angepackt haben, damit es schnell allen wieder gut ging!). Aber auch die kleinen Herausforderungen, die aus dem Nebeneinander verschiedener Stammestraditionen oder Bezirkskulturen entstehen. Miteinander reden, abwägen, improvisieren, manchmal Abläufe ändern und Pläne umschmeißen – auch das gehörte zu Stardust. Zu erleben, wie Schwierigkeiten angepackt, gelöst und dabei (fast) immer die gute Laune bewahrt wurde, ist der Sternenstaub, der bleibt für Leitende und das Team im Hintergrund. Über 120 Helfende, rund 40 Menschen in der Gesamtorga und besonders das fünfköpfige Projektleitungsteam planten, organisierten und ließen aus ersten, wilden Ideen ein tolles, besonderes Lager werden. Schafften Erinnerungen für all die Kinder und Jugendlichen, die ihre Sommerferien nicht am Strand, nicht in den Bergen, sondern in einer fernen Galaxie verbrachten. 

Und das – das war das eigentlich Magische an diesen zehn Tagen. 


… und ein kurzer Hinweis des Medienteams: wir werden euch diese und noch viele weitere Fotos zur Verfügung stellen, sobald alles gesichtet, sortiert und auf Veröffentlichungsrechte überprüft ist. Das dauert ein wenig – aber wir sind dran! Behaltet die Socialmedia-Kanäle im Blick, darüber informieren wir immer aktuell.