Ideen für die Gruppenstunde

Die Jahresaktion soll nicht nur mit großen Aktionen in Innenstädten und auf Plakatwänden stattfinden, sondern auch im Alltag in euren Gruppenstunden. Hierzu haben wir einige Ideen für kurze Projekte (2-3 Gruppenstunden) aus dem Aktionsheft zusammen gefasst und hoffen, dass ihr das ein oder anderen in euren Gruppenstunden davon umsetzten könnt und werdet.

Für jede Stufe haben wir ein passendes Kinderrecht heraus genommen und dazu Umsetzungsideen formuliert. Viel Spaß beim Ausprobieren und Umsetzen. Wenn ihr weitere Ideen oder Hilfe zum Thema benötigt, dann melde euch bei Felix oder Marc vom DING.

Wölflinge: Recht auf angemessene Lebensbedingungen

Spiel:

Activity der Kinderrechte:
Alle Kinderrechte werden auf Karten geschrieben. Die Gruppe wird in zwei Kleingruppen eingeteilt. Jeweils abwechselnd zieht ein Freiwilliger einer Gruppe eine Karte vom Stapel und malt das Kinderrecht. Seine Gruppe muss das Kinderrecht erraten. In der zweiten Runde muss das Kinderrecht dargestellt werden und beim dritten Mal umschrieben werden ohne den Begriff selbst zu nennen. Die Gruppe, die zuerst 6 Begriffe erraten hat gewinnt.

KINDERCHAOS – ein Spiel für RECHTHABER:
Der Münsteraner Diözesan-AK InGe hat ein Spiel zu den Kinderrechten entwickelt. Die Anleitung und der Spielplan können auf den Seiten des DV Münster heruntergeladen werden. Eine ausgedruckte und laminierte Version könnt Ihr auch beim DING ausleihen.

Inhaltlich:

Wie leben Kinder in Bolivien:
Schuhe sind in den ärmeren Regionen Boliviens Luxus. Viele arme Kinder nutzen alte Autoreifen und sich selbst daraus Schuhe zu fertigen. Greift diese Thematik doch auf und bastelt aus Pappe oder anderen Materialien Schuhe mit euren Wölflingen. Dazu könnt ihr das Thema mit ein paar passenden Fotos (Internet) einbringen.

Was brauchen Kinder alles:
Sammelt mit den Wölflingen Werbung, die auf die Altersgruppe zugeschnitten ist. Das kann ein Projekt für 2-3 Gruppenstunden sein.

1. Gruppenstunde:
Thema erläutern „was brauche ich jeden Tag“. Hierzu könnt ihr im Brainstorming Produkte … mit euren Wölflingen sammeln und aufschreiben. Danach solltet ihr Werbung der letzten Tage aus Zeitungen in die Mitte legen und jeder soll sich das nehmen, was ihn am meisten anspricht – dazu eine kurze Runde „wer hat sich was warum genommen“.
Zum Ende der Gruppenstunde gebt ihr den Kindern einen Auftrag mit für die kommende Woche: Jeder soll auf Werbung für Kinder achten (Plakate, Zeitungen, TV, …).

2. Gruppenstunde:
Eure Wölflinge tragen die wahrgenommene Werbung aus der vergangenen Woche zusammen. Hinzu kommen die Produkte, die in der letzten Gruppenstunde bereits ausgewählt wurden. Klebt jedes Produkt auf einen Zettel und legt diese im Raum aus. Jeder Wölfling bekommt nun Klebepunkte (Anzahl der Zettel durch 3). Damit kann er ein Votum abgeben, was aus seiner Sicht unbedingt zum Leben gebraucht wird. Anschließend könnt ihr das Ergebnis mit der Gruppe besprechen. Ist das Produkt mit den meisten Punkten wirklich lebensnotwendig? Ist das eine typische Auswahl für Deutschland? Wie würde das Ergebnis in Bolivien aussehen können? Hat jedes Kind das, was es zur Entwicklung braucht?

Vergesst dabei nicht zu spielen, oder lasst die Gruppe einige Produkte einfach selbst malen.

Jungpfadfinder: Recht auf Bildung

Kinoabend:

Als Projekt könnt ihr euch mit euren Juffis mit dem Thema Bildung beschäftigen. Dazu folgende Ideen für Fragen und Diskussion in der Runde (1. Gruppenstunde):

Was wäre wenn…

  • Ich nicht lesen könnte? – kein Internet, keine Bücher, keine Bravo, …
  • Ich nicht schreiben könnte? – keine sms, …
  • Ich nicht rechnen könnte? – Probleme beim Bezahlen an der Kasse, …

Was lerne ich bei den Pfadfindern?

Wie sieht es in anderen Ländern aus (Frankreich, Spanien, Südafrika, Ghana, Afghanistan, Bolivien, China, …)? Können alle Kinder so lernen wie wir?

2. Gruppenstunde:
Wir bereiten einen Kinoabend für unsere Gruppe, unseren Stamm vor. In dieser Gruppenstunde klären wir, wer was besorgt, wann der Film gezeigt werden soll, wer eingeladen wird, …

3. Gruppenstunde:
Der Film „The devil´s Miner – der Berg des Teufels“. Im Film geht es um Kinder, die im Bergwerk arbeiten müssen – in einer Silbermine. Doch es geht auch um Karneval, Schule und Träume der Kinder.Der Film kann im Bundesamt in Neuss ausgeliehen werden.
Nach dem Film sollte es Zeit zum Austausch geben. Was unterscheidet sich im Leben der Kinder in Bolivien zu unserem Leben?

Pfadfinder: Recht auf kulturelle Identität

Haben wir eine kulturelle Identität? Sind wir immer pünktlich, fleißig, ordentlich und diszipliniert? Manchmal kann es gut sein, sich mit seinen eigenen Wurzeln und Zukunftswünschen zu beschäftigen. Ihr werdet feststellen, dass jeder von uns in einer Kultur lebt, sicher jeder etwas anders als die anderen (welche Musik gehört zu mir, wie kleide ich mich, wen liebe ich, …)

1. Gruppenstunde:
Hierzu kann zu Beginn ein Austausch in ruhiger Form hilfreich sein – unser Vorschlag dafür ist ein Schriftgespräch in der Gruppenstunde mit Plakaten und folgenden Fragen:

  • Wer bin ich? Was macht mich aus?
  • Was unterscheidet mich von meinen Eltern, Großeltern?
  • Was verbindet mich mit meiner Familie, meinen Freunden?
  • Was ist typisch für Deutschland?
  • Was ist mir besonders wichtig?
  • …?

Im Anschluss daran könnt ihr euch dazu in Kleingruppen oder der ganzen Runde austauschen. Da es oft etwas privater ist, können Kleingruppen hier den Austausch fördern. Vielleicht schafft ihr dazu ein paar gemütliche Sitzgruppen mit angenehmer Atmosphäre (Tücher, Kerzen, Getränke, nette Beleuchtung, …)
Jede der Kleingruppen kann sich zu Beginn über die Plakate austauschen, im Anschluss daran sollte jede Runde erarbeiten, warum das freie Ausleben der eigenen Vorlieben und Wünsche wichtig ist und vielleicht auch, welche Ideen und Prozesse das auch in der Gruppenstunde weiter fördern können.

2. Gruppenstunde:
Nachdem wir uns mit unserer persönlichen Kultur und unseren Freiheiten und Grenzen beschäftigt haben, ist die zweite Runde für den Blick über den Tellerrand gedacht: Wie ist die Situation in anderen Ländern, wie in Bolivien.
Welche Vorstellungen hat eure Runde zur Selbstverwirklichung in anderen Ländern? Welche Vorurteile gibt es vielleicht? Wenn ihr habt, nutzt einen Internetanschluss (Laptop), um mit der Gruppe danach zu suchen. Überlegt, ob ihr zu einer weiteren Gruppenstunde Gäste einladen wollt, die aus ihrer Heimat berichten können. Auch innerhalb Europas können in Kultur und Freiheit Unterschiede festgestellt werden. Nehmt Zeitungen mit Nachrichten aus aller Welt und analysiert sie. Was passiert, wenn fremde Kulturen aufeinander treffen. Gestehen wir anderen Menschen eine eigene kulturelle Identität zu?

3. Gruppenstunde:
Diskussion mit Gästen zur kulturellen Identität

Rover: Recht auf Partizipation

Partizipation = an der Gesellschaft teilhaben

Es gibt viele Möglichkeiten an der Gesellschaft teilzunehmen:

  • Kommentare in der Zeitung
  • Teilnahme an Demonstrationen
  • Unterschreiben von Petitionen
  • Wählen gehen

Diskutiert mit eurer Roverrunde, wie sich die Einzelnen in der Gesellschaft einbringen, wie sie daran teilhaben.

Hierzu könnt ihr Bilder (Postkarten aus Kneipen eignen sich hier gut) in der Mitte auslegen, so dass jeder Rover die Wahl zwischen ganz unterschiedlichen Motiven hat. Jeder nimmt sich eine Karte, die er mit etwas verbindet, dass eigentlich anders / besser in der Gruppe, der Stadt, der Welt laufen sollte. Jeder erklärt kurz seine Karte, die er sich genommen hat und was er damit verbindet.
Anschließend diskutieren die Rover in Kleingruppen (4-5 Personen) warum ihnen das Thema (Karte/Bild) am Herzen liegt. Nach einigen Minuten könnt ihr in jede Kleingruppe folgende Fragen geben:

  • Wie bringe ich mich in der Gesellschaft ein?
  • Was habe ich unternommen, um mein Thema voranzutreiben?
  • Was bräuchte ich, um mein Thema weiter zu bringen?
  • Können wir als Gruppe etwas erreichen?
  • Nehme ich mein Wahlrecht (Landtagswahl in NRW) wahr?

Vielleicht entwickeln sich daraus Ideen für Projekte, die die Roverrunde anpacken will.