Bericht vom WbK in Bielefeld Herbst 2011

WBK 2011 – Brackwede, Rochus Spieker Haus (15.- 23. April 2011)
Eine Rodelfahrt ins Ungewisse
Der Jingle, Arbeiten im Plenum, Tränen, Gruppendynamik, Arbeiten in Kleingruppen, Diskussionen, die Slackline, noch mehr Arbeiten, Grenzgänge, Abenteuer und vieles mehr, vor alledem Arbeiten. Das ist bzw. war unser WBK. Es klingt vielleicht zu aller erst etwas monoton, aber vielseitiger hätte der WBK mit seinen knapp 200 Methoden wohl kaum sein können.
Unsere Gruppe zählte 13 höchst motivierte Pfadfinder aus dem nahen NRW und aus dem fernen Bamberg kommend. Geleitet wurden wir von unseren vier Super-Teamern Steffi L., Steffi H., Tobias und dem Jockel, die uns zu jeder Zeit sowohl persönlich, als auch in der Gruppe in jeglichen Situationen unterstützen und immer wieder aufs Neue motivieren durften, manchmal sogar auch mussten.
Am Freitag, den 15.04.2011 gegen 18:00 Uhr im Historischen Museum in Bielefeld nahm alles seinen Lauf. Direkt nach unserer Anreise erhielten wir unsere längst überfälligen Doktoren- bzw. Professorentitel und nach einer kleinen Stärkung – und dem ein oder anderen Sektchen – folgte ein spannender Museumsrundgang durch die Entstehungsgeschichte der „mythischen“ Stadt Bielefeld.
Im Anschluss lauschten wir einem knackigen Vortrag über Kühlschränke, die ihrer Umgebung die Kälte entziehen, um mit dieser die Lebensmittel in ihrem Inneren zu kühlen. Und das ganz ohne Strom. Klingt irgendwie praktisch, aber ob das überhaupt möglich ist, wer weiß?!
Unser Höhepunkt am Samstag bestand aus einer Vielzahl an Gesprächen, wie zum Beispiel mit einem Mitarbeiter der von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel, des Cityklosters Bielefeld oder mit einem Jungunternehmer, der gleich mehrere Betriebe im Alleingang aufgebaut hat.
Am Sonntag durften wir uns erst einmal ein wenig mit uns selbst beschäftigen. Die Frage war: „Wo stehe ich eigentlich gerade in meinem Leben? Was treibt mich an? Was macht mich aus? Und wo will ich hin?“ Danach bekamen wir einen kleinen Vorgeschmack auf die Ideen- und Entscheidungsfindung. Und zwar sollten wir uns in Kleingruppen zusammenfinden. Was simpel klingt, entpuppte sich als ein mehrstündiger Prozess, der sich für den einen oder anderen als die erste wirkliche Geduldsprobe darstellte.
An dieser Stelle seien dann mal unsere Tittas erwähnt. Es waren kleine tierische Fingerpuppen, die nicht weniger als unsere eigenen Seelen verkörperten. Zu Beginn waren sie auch erst mal ganz praktisch, schließlich haben sie für uns reflektiert. Aber später sollten die kleinen Dinger nun auch noch für uns entscheiden und dabei natürlich unsere Wünsche und Leidenschaften berücksichtigen. Und das auch noch im Konsens. Keine leichte Aufgabe für eine Fingerpuppe. Ist es noch nötig zu erwähnen, dass die Tittas, wie auch wir selber, uns Briefe geschrieben haben? Wohl eher nicht.
Ab Montag ging es für uns dann in die eigentliche Ideen- bzw. Entscheidungsfindung. Wir hatten recht schnell 3 Vorschläge in unseren Kleingruppen ausgearbeitet und standen auch schon kurz vor der Entscheidung. Aber dann…
… kam die Slackline dazwischen. Und da mussten wir nun alle rüber. Es war sicher-lich nicht leicht, aber man kann wohl sagen, dass wir es alle spätestens nach dem Dienstagvormittag auf die andere Seite geschafft haben. An dieser Stelle noch mal vielen Dank an unsere Teamer! =) Das Ende vom Lied war, dass wir am Dienstag abend – wie hätte es auch anders kommen sollen – all unsere Ideen verworfen ha-ben. Nun war es also „Fünf vor Zwölf.“
Am Mittwoch hieß es dann „Alles auf Anfang“ und siehe da, die verloren geglaubte Leidenschaft holte uns endlich wieder ein. Das Feuer in uns brodelte und so kam es, dass wir am Mittwochabend endlich feiern konnten. Denn wir hatten nun endlich unsere Entscheidung (natürlich im Konsens) getroffen, getreu dem Motto: „Wennze weiss, watte wills, musse machen, datte hinkomms.“
Am Donnerstag haben wir es dann innerhalb von weniger als 24 Stunden geschafft, diese Projektaktion zu planen, Material und Spenden zu beschaffen, die „Wald – Wasser – Rodelbahn“ zu bauen, sie auszuprobieren, sich zu genüge zu verletzen und natürlich wieder alles abzubauen. Denn außer einem guten Eindruck, wollten wir schließlich nichts hinterlassen.
Unsere Rodelbahn bestand aus Siloplanen, jede Menge Bretter und Nägeln, aus einer natürlichen, gefühlten 80° steilen Startrampe und zwei lebensbedrohlichen Steilkurven. Was uns jedoch noch zu unserem Glück fehlte, war Wasser. Viel Wasser. Wie bekommt man bitte tausende Liter Wasser in den Wald? Zu allem Überfluss lag dieser Wald auch noch auf einem Berg. Glücklicher Weise wusste die Freiwillige Feuerwehr Brackwede eine Antwort und so kam es, dass uns zwei Löschfahrzeuge mit knapp 9000l Wasser ausgeholfen haben. Geil wa?
Wer hätte gedacht, dass wir es in so kurzer Zeit schaffen, das „Unmögliche möglich zu machen,“ – das haben wir!
Zu guter Letzt bleibt festzuhalten, dass die ganzen Diskussionen nicht jedermanns Sache gewesen sind, sie aber jedem die Gelegenheit geboten haben, sich zu entfalten, sich auszuprobieren, aus sich heraus zu kommen, über sich hinaus zu wachsen, oder einfach mal zu lernen zurück zu stecken. Dabei konnten wir unsere persönlichen Grenzen erfahren und überschreiten. Jedem von uns hat dieser Kurs sehr viel gebracht. Wir hatten eine geile Zeit, sind gewachsen und haben neue Leute und Freunde kennengelernt. Wir freuen uns schon sehr auf unser Entwicklungswochenende. Bis bald!
Nun was bleibt noch zu sagen?
Vergiss niemals, „heute ist der wichtigste Tag in deinem Leben“. Und auch wenn es schon „5 vor 12“ ist, wag es und mach es wahr, denn „WBK ist wunderbar“!!!

Florian Frey, Jonathan Koch und Jan Bast