Assisi

,,Auf den Spuren des heiligen Franziskus, naja, mal sehn, was da so kommt“, so bzw. so ähnlich waren meine Gedanken, als ich am 4. April im Bus nach Assisi saß.
Unsere 38 Personen starke Truppe war bunt gemischt, trotzdem, aber vielleicht gerade auch deswegen, war unsere Gemeinschaft so klasse.
Nach knapp 18 Stunden Fahrt freute ich mich auf eine wohlverdiente Ruhepause. In den ersten Tagen unserer Fahrt fühlten wir uns fast wie irgendwelche Touris, die nur alle Kirchen und Denkmäler sehen wollen. Von Ruhe konnte wirklich nicht die Rede sein, vielmehr wurden wir erschlagen von dem ganzen Prunk, der um Franz von Assisi gemacht wird. Im Gegensatz zu seiner Lebenseinstellung (einfach, schlicht) wurde z.B. um seine kleine schlichte Kapelle eine riesige, prachtvolle, mit Gold überladene Kirche gebaut. Dieser große Unterschied wurde von vielen kritisiert, obwohl Bruder Peter, der uns die ganze Woche über begleitet hat, uns darauf vorbereitet hat und unser Verständnis dafür wecken wollte.
Doch zum Ende der Fahrt sollten wir noch die erhoffte Ruhe finden. Bis zu diesem Zeitpunkt wußten wir erst einmal genug über Franz von Assisi und konnten uns wieder mehr auf uns persönlich besinnen. Wir besuchten mehrere Einsiedeleien, in denen uns viele Dinge noch einmal durch den Kopf gingen und Eindrücke der letzten Tage verarbeitet werden konnten. Ein Höhepunkt stellte mit Sicherheit der Aufstieg zum Monte Subasio dar. Um 3.00 Uhr nachts/morgens wanderten wir los, relativ zügig erklommen wir den Berg serpentinenweise. Unser nächtliches Schweigen wurde plötzlich von einem Esel gestört, der sichtlich verwirrt eine zeitlang um uns herumlief und uns bald wieder verließ. Vom Aufstieg erschöpft setzten wir uns am Gipfel hin, um den Sonnenaufgang zu beobachten. Es ist kaum zu glauben, wie kalt es morgens um 6.00 Uhr auf einem Berg sein kann, doch unser ,,Zittern“ wurde bestens belohnt, jeder konnte nach diesem Anblick den Sonnengesang von Franz von Assisi ein bißchen besser verstehen:
…Gelobt seist du, mein Herr, mit allen deinen Geschöpfen, besonders dem Herren Bruder Sonne, der uns den Tag schenkt und durch den du uns leuchtest. Und schön ist er und strahlend mit großem Glanz: Von dir, Höchster, ein Sinnbild…
Auch der Abschlußabend war sehr schön, es wurde viel gesungen und gelacht, dazu gab es etwas zu knabbern und zu Trinken.
Insgesamt kann man sagen, die Fahrt war mehr als gelungen. Natürlich hat auch das gute Essen wie auch das gute Wetter zum guten Gelingen der Fahrt beigetragen.
Ich glaube, ich spreche für alle, wenn ich sage, daß Bruder Peter uns das Leben des heiligen Franz von Assisi auf gut verständliche Art nahegebracht hat. Danke! Ebenso kann man dem Orgateam zu dieser Fahrt gratulieren, es war echt super schön. Danke!

Carla Roß, Bad Sassendof

Fotos von der Reise nach Assisi