Ein Licht, das alle verbindet. Friedenslicht-Aussendung in Dortmund

veröffentlicht am 16. Dezember 2021

Eine Diskokugel im Taufbecken. Ein ungewöhnliches Bild. Ungewöhnlicher als die mittlerweile normal gewordenen Masken, die Absperrbänder zwischen den Sitzreihen, sogar ungewöhnlicher als die Impfpass-Kontrolle am Eingang. Eine Diskokugel in der großen Dortmunder Stadtkirche St. Joseph. Es wird nicht langweilig, wenn das Friedenslicht nach Dortmund kommt, selbst nach so vielen Jahren nicht. 

Dabei war alles andere ähnlich wie im letzten Jahr. Keine große, gemeinsame Aussendungsfeier mit proppenvoller Kirche, lautem Gesang von mehreren hundert Pfadfinder*innen und dem bewegenden Moment, wenn das Licht langsam, Stück für Stück die dunkle Kirche erhellt. Wie im vergangenen Advent war der Nachmittag aufgeteilt in mehrere kleine Gottesdienste, in denen nur Delegationen der Stämme saßen und das Licht für die eigene Gemeinde abholten. Gesungen wurde mit Maske und jede zweite Bankreihe blieb frei. Doch egal, was die Pandemie uns für Auflagen beschert – der Friedenslicht-Sonntag ist offensichtlich ein gesetzter Termin im Pfadi-Kalender. „Wir verbinden mit dem Friedenslicht die strahlenden Augen, wenn wir es weiter geben. Egal ob an alte Menschen, an Kinder, alle freuen sich darüber“, erzählte Melli vom Stamm DPSG Hamm-Berge. Deutlich mehr Anmeldungen als Plätze für Delegationen gab es, so dass einige Stämme sich das Licht nicht drinnen im Gottesdienst, sondern vor der Kirche abholen mussten. 

„Ihr seid da. Und das ist gut.“ wurden diejenigen von Diözesankurat Tobias Hasselmeyer im Gottesdienst begrüßt, die in der St. Joseph Kirche einen Platz gefunden hatten. Ohne Menschen, die das Licht weitertragen, könne das Netz der Verbindung, der Gemeinschaft nicht geknüpft werden, gäbe es keine Maschen und Knotenpunkte. Diese hell aufstrahlenden Knotenpunkte waren dann auch das visuelle Highlight des Gottesdienstes. Eine Diskokugel, im Mittelgang in die Höhe gereckt und einige Spiegel, die in den Bänken verteilt waren, dazu ein einzelner Lichtstrahl – schon überzog ein tatsächliches Netz aus Lichtpunkten den Kirchenraum. Wo sonst die kleinen Kerzen aufleuchteten, einer nach der anderen, wenn die vielen Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen die Flamme weiter gaben, flog das Licht diesmal von Ecke zu Ecke, brach sich, verzweigte sich, wurde abgelenkt, umgeleitet und zauberte ein wunderbar eindrückliches Lichternetz. 

Dieses Bild des Lichternetzes nahmen die Delegationen mit nach Hause, um – ganz praktisch – in Laternen, Windlichtern und Co. ihre kleine Flamme zu verteilen. In Gottesdiensten, bei Friedenslicht-Drive-Ins, in offenen Angeboten drinnen und unter freiem Himmel. In vielen Stämmen wurde das Licht direkt am gleichen Abend weiter verteilt, aber auch am kommenden 4. Adventswochenende sind Veranstaltungen geplant. Bei Interesse schaut doch noch mal in unsere Karte der „Friedenslicht-Tankstellen“!

Ein großes Dankeschön sagen wir der überverbandlichen Friedenslicht-AG, allen Organisator*innen, den Musiker*innen, den vielen helfenden Händen rund um diese Aussendung. Vor allem aber bedanken wir uns bei euch allen, die jedes Jahr aufs Neue das Friedenslicht als Symbol für Frieden und Gerechtigkeit auf dieser Welt in unserer Diözese verteilen.

Wir sind da. Auch in diesem Jahr, auch im zweiten Pandemie-Winter. Virtuell, aber auch ganz in echt, im kleinen und im (etwas) größeren Kreis, um dem Licht, das alle verbindet, bei dieser großen Aufgabe zu helfen. Wir sind da. „Und das ist gut.“


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