Ihr steht auf dem Schlauch? Kollegiale Beratung kann helfen – Tipps für die Praxis

veröffentlicht am 30. November 2016

Ihr steht bei einer Sache auf dem Schlauch und wisst nicht so richtig weiter? Es sind keine Lösungen in Sicht? Dann kann Kollegiale Beratung helfen. Mit Hilfe eines selbstorganisierten Gruppengesprächs können Lösungen gefunden, Ideen kreiert und nächste Schritte geplant werden. Insbesondere für Stammesvorstände kann dies sehr hilfreich sein.

Was ihr braucht

  • Einen ruhigen, kommunikativen Raum
  • ca. 60  Minuten Zeit pro Fall
  • BiKuG’17-Spickzettel zur Kollegialen Beratung

Die 10 Schritte Kollegialer Beratung

Grundsätzlich gibt es viele verschiedene Modelle zur Kollegialen Beratung. Wir möchten euch eins vorstellen mit dem wir gute Erfahrung gemacht haben:

  1. Fälle sammeln. (5 min.)
    Wer hat eine Situation zur Beratung mitgebracht? Liste anfertigen hilft!
  1. Rollen festlegen. (5 min.)
    Fallgeber/in, Moderator/in, Zeitwächter/in Alle Rollen wechseln im zweiten Durchgang.
  1. Situation vorstellen. (5min.)
    Fallgeber/in konkretisiert das Anliegen: Wie kann die Gruppe bei der Lösung helfen? Als „Ich-Satz“ formulieren: „Ich möchte…“. Dann wird die konkrete Problemsituation vorgestellt. Alle anderen hören zu.
  1. Befragung / Nachfragen. (5 min.)
    Verständnis- und Informationsfragen können von der Gruppe gestellt werden. Fallgeber/in hört zu und antwortet gezielt. Keine Diskussion oder Lösungvorschläge.
  1. Hypothesen bilden. (5 min.)
    Gruppe äußert Vermutungen, Assoziationen und Thesen. Keine Entweder-oder-Diskussion. Wahrgenommene Gefühle werden zur Sprache gebracht. Fallgeber/in hört nur zu.
  1. Rückmeldung. (5 min.)
    Der bzw. die Fallgeber/in gibt Rückmeldung zum Gehörten. Keine Rechtfertigung und Diskussion. Gruppe hört aufmerksam zu. Erklärungen nur notwendig, wenn diese nachgefragt werden.
  1. Lösungsvorschläge sammeln. (10 min.)
    Die Gruppe sammelt konkrete Lösungsvorschläge und korrigiert ggf. aufgestellte Hypothesen. Keine richtig-falsch-Diskussion.  Der bzw. die Fallgeber/in schweigt und hört zu.
  1. Fallgeber entscheidet. (5 min.)
    Der bzw. die Fallgeber/in entscheidet, welche Lösungsvorschläge er bzw. sie annehmen möchte und teilt dies der Gruppe mit.
  1. Austausch und Dank. (5 min.)
    Eventuell noch allgemeiner Austausch. Wichtig: Nicht nochmal Lösungen suchen oder Hypothesen aufstellen. Moderation spricht Dank an alle aus.
  1. Feedback. (5 min.)
    Kurzes Feedback / Blitzlicht zum Vorgehen und zur Durchführung. Gibt es Änderungen fürden nächsten Durchgang bzw. die nächste Sitzung?

Weitere Tipps

  1. Kollegiale Beratung ist eine klar gegliederte Struktur. Sie hilft alltägliche Situationen zu reflektieren und Probleme sowie Fragestellungen zu bearbeiten.
  2. Alle Beteiligten werden als Experten angesehen. Die Erfahrungen aller sind eine gute Grundlage für eine gegenseitige Beratung.
  3. Nehmt euch Zeit, ein Durchgang dauert ca. eine Stunde. Vermutlich können nicht alle Fälle bei einem Treffen bearbeitet werden.
  4. Die Gruppe sollte nicht zu groß sein (5 bis 10 Personen). Große Gruppen teilen sich einfach auf.
  5. Es gibt keine festen Gruppen. Es ist hilfreich, wenn Personen wechseln.  Kollegiale Beratung ist demnach in einer festen Leiterrunde nicht sinnvoll. Eine Zusammenarbeit mit anderen Gruppen oder Vereinen ist möglich.
  6. Es ist hilfreich sich an die vorgegebenen Rollen und den zeitlichen Rahmen zu halten, damit ein zielorientiertes Vorgehen möglich ist.
  7. Kollegiale Beratung ist  besonders für Stammesvorstände hilfreich, die eine Leiterrunde leiten. Daher ist es hilfreich, Kollegiale Beratung überregional (Bezirk, Dekanat, BDKJ) anzubieten.
  8. Sollte ihr bei einem Thema nicht selbst weiterkommen und Hilfe brauchen, wendet euch an euren Bezirksvorstand, ans Diözesanbüro oder Dekanat.

Der Spickzettel

Diesen Blogbeitrag gibt es quasi im Mini-Format. Den „Spickzettel“ zur Kollegialen Beratung könnt ihr hier runterladen oder gedruckte Exemplare bestellen (siehe Formular unten).

spickzettel_kollegiale_beratung_1v2 spickzettel_kollegiale_beratung_2v2

Gedruckte Exemplare sind über das Diözesanbüro zu beziehen. Dazu einfach folgendes Bestellformular ausfüllen:

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Eine Übersicht über alle Hilfsangebote für die Stammes und Bezirksarbeit  findet ihr hier: www.dpsg-paderborn.de/unterstuetzung