Andreas Tillmann neuer BDKJ-Diözesanvorsitzender

veröffentlicht am 14. Juni 2010

HARDEHAUSEN Bei der traditionellen Sommer-Diözesanversammlung des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) im Erzbistum Paderborn wählten die Delegierten Andreas Tillmann zum neuen Diözesanvorsitzendem. Der beim  Bund der St. Sebastianus Schützenjugend (BdSJ) verbandlich beheimatete Tillmann tritt damit die Nachfolge von Matthias Schmidt an, der das Amt am 31. Juli nach achteinhalb Jahren abgeben wird. Weitere wichtige Akzente setzte die Diözesanversammlung mit einem Positionspapier zur Partizipation von Kindern und Jugendlichen in Kommunen und Jugendverbänden. Kritik äußerten die Vertreter der 70 000 Kinder- und Jugendlichen in Katholischen Jugendverbänden im Erzbistum an den Sparmaßnahmen der Kommunen in der Jugendarbeit.

Bevor es zum eigentlichen Wahlakt des neuen BDKJ-Diözesanvorsitzenden kam, stellten sich zwei Kandidaten den Delegierten vor. Der später gewählte Andreas Tillmann gab zunächst einen Abriss seines verbandlichen Werdegangs. Zuletzt vertrat der 28-jährige Geseker als ehrenamtlicher Bundesjungschützenmeister des BdSJ die Interessen von über 35 000 Jungschützen. Tillmann versprach, „das Erfolgsmodell Katholischer Jugendarbeit zu sichern und auszubauen“.  Dabei werde er sich besonders für gute Rahmendbedingungen für ehrenamtliches Engagement einsetzen. Tillmann  überzeugte schließlich, die Versammlung wählte ihn mit großer Mehrheit zum neuen Diözesanvorsitzendem. Der besondere Dank der Versammlung galt seinem Vorgänger Matthias Schmidt, der mehr als acht Jahre maßgeblich die Geschicke der verbandlichen Jugendarbeit im Erzbistum gelenkt hat. Der BDKJ-Bundesvorstand zeichnete Schmidt für dieses Engagement und seine Mitwirkung auf der Bundesebene des Verbandes mit dem goldenen Ehrenkreuz des BDKJ aus. „Das war eine unglaublich reizvolle und tolle Aufgabe“, dankte Schmidt.

Nach der Wahl stand die Verabschiedung eines Positionspapiers zur Partizipation von Kindern und Jugendlichen in Verbänden und Kommunen auf dem Programm. Die Katholischen Jugendverbände in der Erzdiözese unterstrichen damit eine Selbstverpflichtung, die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen in ihren Verbänden auf hohem Niveau zu halten. „Jugendverbandsarbeit ist Partizipation“, unterstrich Diözesanvorsitzende Kathrin Jäger. „In Jugendverbänden wird Jugendarbeit von jungen Menschen selbst organisiert, gemeinschaftlich gestaltet und mitverantwortet“, so Jäger. Die Mitbestimmung von Kindern und Jugendlichen zu fördern, sei aber auch über den verbandlichen Bereich hinaus eine wichtige Aufgabe.

Eher skeptisch sehe der BDKJ jedoch einige Entwicklungen im Bereich der Jugendparlamente in Städten und Gemeinden, die zu häufig nur scheinbar Partizipation ermöglichten..  „Wir fordern eine echte Beteilung der jungen Bürger“, so Jäger. Jugendlichen würden viel zu oft in diesen Gremien instrumentalisiert oder hätten keine wirklichen Mitbestimmungsrechte. Vielmehr müssten die Jugendlichen durch die Übernahme von Verantwortung in ihrem politischen Handeln motiviert werden. „Alles andere sorgt für Politikverdrossenheit“, betonte die Vorsitzende.
In diesem Zusammenhang bemängelte der BDKJ, dass in Städten und Gemeinden bei den Jugendförderplänen der Rotstift angesetzt würde. „Die Kommunen müssen ihren gesetzlichen Förderverpflichtungen in angemessenem Umfang nachkommen, um die Entwicklung junger Menschen aufgrund der Finanzsituation nicht zu gefährden“, erklärte Kathrin Jäger.

Als höchstes Beschluss fassendes Gremium der katholischen Jugendverbandsarbeit im Erzbistum Paderborn tagt die BDKJ-Diözesanversammlung zweimal jährlich und trifft dabei grundlegende Entscheidungen für die Interessenvertretung von Kindern und Jugendlichen in Politik, Kirche und Gesellschaft. Rund 60 Delegierte der BDKJ-Mitglieds-, Stadt- und Kreisverbände aus dem gesamten Erzbistum vertreten dabei circa 70 000 Mitglieder in den katholischen Jugendverbänden.




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