Abenteuer – eingeschränkt?!?

Oder “Wölfi trifft Rolli”

06.-08.März 2009 in der Jugendherberge in Paderborn

Farben, Fotos und Blitze zucken an den Wänden, Laute Musik, Geräusche von mehren CD`s hämmern, jaulen und tönen durch den Raum, Tageslichtprojektor, Beamer, Berge aus Kisten und unheimlich viele Beschäftigungsmöglichkeiten verteilen sich scheinbar wahllos im Raum.

spieleWas so beginnt ist kein Musikvideo, keine Szene aus einem Film, sondern der Beginn einer Wölflingsleiterfortbildung.

Das Thema “ADHS” und vielleicht ein kleiner Teil seiner Auswirkungen auf betroffene Kinder und Erwachsene bildete den Einstieg zum diesjährigen “Abenteuer”, der Leiterveranstaltung in der Wölflingsstufe.

Gemeinsam mit dem Facharbeitskreis Behindertenarbeit lud der DAK Wölflingsstufe in die Jugendherberge mitten in Paderborn ein. Es trafen sich Leiter, Arbeitskreismitglieder und auch Interessierte aus anderen Stufen um gemeinsam neue Erfahrungen zu machen. Anlass war neben der aktuellen Jahresaktion “Leben ist mehr” auch die besondere Nähe des Themas “Behinderungen in unseren Gruppen” und der Wölflingsstufe.

FruehstueckNeben weiteren Programmteilen, die die Teilnehmer einluden selbst Erfahrungen mit körperlichen Einschränkungen beim Frühstück, beim Einkauf in der Paderborner Innenstadt und beim Zubereiten von Getränken am eigenen Körper zu erfahren, standen Kristina und Amelie aus dem Facharbeitskreis Behindertenarbeit mit Erfahrungen, Anregungen und auch Material aus den “Sinneskisten” den Teilnehmern zur Seite.

Ein einleitender Film und ausführliche Gespräche zu psychischen Erkrankungen und seelischen Behinderungen stellten einen weiteren Schwerpunkt des Wochenendes dar.

Innerhalb der Gruppe kamen viele intensive Gespräche zu Stande, in denen Erfahrungen aus dem Gruppen- und Berufsleben, aber auch sehr persönliche Aspekte von Behinderungen, dem Umgang und Erfahrungen mit ihnen sowie persönlichen Einstellungen ausgetauscht werden konnten.

rolliObwohl viele Teilnehmer aus Studium oder Beruf von einem engen Kontakt zu Menschen mit Behinderungen berichten konnten, war es für die Veranstaltung eine riesige Bereicherung, dass Hanna Linke, ehemalige Leiterin aus Dortmund – Berghofen, als Referentin gewonnen werden konnte. Sie berichtete nicht nur aus Sommerlägern, Gruppenstunden und Wochenendfahrten aus ihrer Sicht als Rollstuhlfahrerin, sondern stand auch das über gesamte Wochenende für Fragen zur Verfügung und gab allen Teilnehmern die Möglichkeit viele Einblicke zu erhalten.
Die Tricks und Tipps im Umgang mit dem Rollstuhl befähigten mehrere Teilnehmer innerhalb einer sehr kurzen Zeit dazu, den Transfer zum Gottedienst am Sonntag auf 2 Rollstuhlrädern balancierend zu verbringen.

Hier zeigte sich am Ende der Veranstaltung, dass der Blick auf Menschen mit Behinderungen in unseren Gruppen sich bei vielen Teilnehmern im Laufe des Wochenendes verändert hat und diese persönlichen Erfahrungen auch Aiuswirkungen auf die Gruppen – und Gremiumsarbeit haben wird.

Rückblickend lässt sich über das “Abenteuer eingeschränkt” sagen, dass die Veranstaltung von Offenheit und positiver Neugier, sowie auch kritischen Anmerkungen geprägt war.