Antrag 5: gendergerechte Planung von Diözesanveranstaltungen

Antragsstellende            Marc Wietis (im Auftrag der AG Pfadfinden ist Bunt)

Antragsgegenstand:      gendergerechte Planung von Diözesanveranstaltungen

Die Diözesanversammlung möge beschließen,

dass bei allen von der Diözese verantworteten Veranstaltungen eine genderkonforme Planung im Rahmen der jeweiligen Möglichkeiten einbezogen wird. Mögliche Punkte, die bei einer gendergerechten Planung berücksichtigt werden könnten:  

  • Planung der Sanitärräume (Berücksichtigung nicht-binärer Personen)
  • Unterbringung der Teilnehmer*innen
  • Auswahl der Referent*innen/Programmanbieter*innen
  • Personelle Ressourcenverteilung
  • Planung von Schutzräumen

Weiterhin sollen alle Aspekte der Veranstaltung auf die Umsetzbarkeit und die moderne Genderkonformität überprüft und begutachtet werden.

Die Machbarkeit wird im Rahmen der Planung durch das entsprechende Planungsteam frühzeitig berücksichtigt.

Eine Kontrolle und Sanktionierung findet nicht statt, da die Antragsstellenden der Überzeugung sind, dass eine genderkonforme Planung nach den oben genannten Gesichtspunkten als pfadfinderische Selbstverständlichkeit gilt und appellieren somit an eine freiwillige Umsetzung unserer Anliegen.

Die AG Pfadfinden ist bunt bietet sich an, nach jeweiligen Ressourcen bei der Planung von Veranstaltungen auf Diözesanebene unterstützend mitzuwirken. Hiermit möchten wir allen ans Herz legen sich bei Bedarf an die AG zu wenden, um Unterstützung anzufragen und mögliche Bedarfe festzustellen. Zudem setzt sich die AG das Ziel, Arbeitshilfen zu erstellen für die gendergerechte Planung von Veranstaltungen des Verbandes.

Des Weiteren werden auch die Bezirke angehalten, im Rahmen ihrer Möglichkeiten, Veranstaltungen nach den oben genannten Kriterien zu planen.

Begründung:
Dieser Antrag basiert auf dem Beschluss aus der Diözesanversammlung 2020, bei dem das Gendern in allen Dokumenten der Diözese gefordert wurde, wie auch der Erstellung einer Arbeitsgruppe zum Thema „Pfadfinden ist bunt“.  Der hier vorliegende Antrag nimmt diese Beschlüsse als Basis und baut auf diesen auf.

Die Dringlichkeit des Antrags wird auch durch das Motto der diesjährigen Jahresaktion verdeutlicht. So sind in diesem Jahr vielfältige Ideen und Workshops zum Thema „Von Natur aus Bunt“ geplant. Aus dieser Jahresaktion und der im DV bestehenden Arbeitsgruppe erfolgte der Anstoß für eine genderkonforme Gestaltung von Diözesan– und Bezirksveranstaltungen. Uns ist es wichtig, dass die genannte Gestaltung von Veranstaltungen, basierend auf den pfadfinderischen Gedanken (Pfadfindergesetz: …begegne ich allen Menschen mit Respekt und habe alle Pfadpfinder*innen als Geschwister. …gehe ich zuversichtlich und mit wachen Augen durch die Welt. & …bin ich höflich und helfe da, wo es notwendig ist.), nicht nur für den Zeitraum der Jahresaktion besteht, sondern über diesen hinaus.

Deutlich wird vor allem durch eine immer differenzierte Wahrnehmung von Gender, sexueller Orientierung und der gesetzlich beachteten Intersexualität, dass eine angepasste Gestaltung der Infrastruktur von Veranstaltungen wichtig ist. Mit dem Gesetz zur Stärkung von Kindern und Jugendlichen (KJSG) im SGB VIII wird Selbstbestimmung und Teilhabegerechtigkeit verankert. Hierbei wird besonders auf den §9 KJSG eingegangen, der sich mit Lebenswelten von queeren Kindern und Jugendlichen befasst. Dieser behandelt die Gleichberechtigung von jungen Menschen und erweitert durch seine Sprechweise die erweiterte Geschlechterperspektive. Der Paragraf fordert zudem die Lebenslagen von Mädchen, Jungen sowie transidenten, nichtbinären und intergeschlechtlichen jungen Menschen zu berücksichtigen und Benachteiligungen abzubauen und die Gleichberechtigung der Geschlechter zu fördern. Somit wird klar deutlich, dass Diözesen und Bezirke auch dieser Sichtweise erliegen und im Hinblick auf Planungen von Veranstaltungen Geschlechtersensibilität anstreben sollten.  

Die bereits oben genannten Gesichtspunkte wurden dem Informationsblatt: „How to be aware?! Impulse für eine achtsame Veranstaltungsplanung.“ Der Fachstelle Gender & Diversität NRW entnommen und dienen einem ersten Rahmen.

Abstimmungsergebnis:

Ja-Stimmen: 21

Nein-Stimmen: 3

Enthaltungen: 2